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07.01.2010 - 31.12.2010 Wie Špindlerùv Mlýn zu seinem Namen kam, oder wie wichtige Rolle manchmal Beamte spielen können...Špindlerùv Mlýn ist das berühmteste Erholungszentrum im Riesengebirge, aber kaum jemand weißt heutzutage, dass es seinen Namen durch Zufall bekam. Es fehlte nur wenig, und wir hätten nach Hollmanns- oder Spaltenbauden oder in die Stadt Sankt Peter fahren.
Das Tal der oberen Elbe wurde erst im 16. Jahrhundert ständig besiedelt, als die Förderung von Mineralien und Holzgewinnung begannen. Der einzige Ort mit einer dichteren Besiedlung war damals die Gemeinde Svatý Petr – Sankt Peter, wo bereits seit dem Jahre 1516 geschürft wurde. In den anderen von Holzfällern gegründeten Orten standen nur ein paar Hütten. Damals gehörten die Gemeinde Sankt Peter und andere Einzelhöfe zu dem oberen Teil von Vrchlabí.
An dem Zusammenfluss der Elbe und des Sankt-Peter-Baches (derzeit Dolský-Bach) siedelte sich die Familie des Holzfällers Hollmann an. Sie holzte ein Stück Wald ab und verwandelten es in Wiesen. Bereits im Jahre 1784 standen dort nur fünf Hütten, eine Mühle und ein Forsthaus. Diese kleine Gemeinde erhielt ihren Namen nicht nach Ihren Gründern, wie es im Riesengebirge üblich war. Die hieß Spaltenbauden. Wahrscheinlich deswegen, weil Hölzer für ihre Arbeit im Wald damals täglich neben Geld auch einen Holzkloben – auf Deutsch auch: eine Spalte Holz – eine Holzspalte als Entlohnung bekamen. Die Mühle mit dem sog. Oberwasserkanal wurde an der Elbe im Jahre 1734 gebaut. Die Mühle wurde hierher eigentlich von dem Sankt-Peter-Tal verlegt, wo die Familie Špindler angeblich ebenfalls eine Mühle besessen habe. Die Spindlers waren ursprünglich ebenfalls Bergleute und Holzfäller und gehörten gemeinsam mit den Familien Hollmann, Bradler und Kraus zu den ersten Ansiedlern in der hiesigen Gegend.
Seit dem Anfang des 18. Jahrhunderts wurde die Erzförderung im Sankt-Peter-Tal eingeschränkt. Die Förderung von Silber, Kupfer und Arsen wird unterhalb des Ziegenrückens eingestellt, es ist kein Wunder, dass die Bedeutung der Ortschaft sank. Mit der Verlegung der Mühle begann es, mit dem Bau einer neuen Kirche setzte es fort. Die sollte an den Spaltenbauden gebaut werden, an einer klimatisch vorteilhafteren und vor allem besser zugänglichen Stelle Als die Ortsbewohner erfuhren, dass der österreichische Kaiser Josef II. erlaubte, eine neue Kirche in Velká Úpa und später sogar in Malá Úpa zu bauen, entschieden Sie, in Wien um dasselbe zu bitten. Sie trafen sich im Jahre 1784 in der von der Familie Špindler errichteten Mühle, um eine Bittschrift zu schreiben, die sie dann später persönlich in der Wiener Kanzlei überreichten. Weil sie keine Genehmigung erhielten, wiederholten sie im Jahre 1787 ihre Bitte und schickten mit ihr den Häusler Petr Hollmann und den Müller Josef Kraus wiederholt nach Wien. Auch diesmal hatten sie keinen Erfolg. Erst nach dem Tode des Kaisers Josef II. baten die Gebirgler zum dritten Mal und erreichten endlich ihr Ziel. Der Kaiser Franz Josef I. ist ihrer Bitte entgegengekommen und am 13.7.1793 erteilte er ein Patent, in dem er den Bau einer Kirche und Gründung einer Pfarrei genehmigte. Und weil alle drei Bitten in einer Mühle abgefasst wurden, die Špindlers Mühle genannt wurde, obwohl sie derzeit bereits der Familie Kraus gehörte, und in den Bittschriften keine Rückadresse genannt wurde, wurde die kaiserliche Verordnung der Gemeinde „Spindlermühle“ erteilt. Hiermit erhielt also die dort gerade entstehende Gemeinde nach dem Willen der Beamten seinen Namen. Es dauerte aber noch einige Zeit, bis dieser Name zum offiziellen Namen wurde. Das erfolgte im Jahre 1842, wann einzelne Grundstücke vermessen und in Katasterkarte eingezeichnet wurden. Ein Sonderkapitel ist auch die derzeitige tschechische Benennung. Es muss dazu gesagt werden, dass es eine ziemlich komplizierte Geschichte ist. Und wieder waren Beamte beteiligt, diesmal die in Prag. Die hatten wahrscheinlich keine Ahnung davon, dass die hiesige Mühle die Familie Špindler baute, und übersetzten deswegen den Namen schlicht vom Deutschen ins Tschechische. Sie gingen davon aus, dass das deutsche Wort „Spindel“ auf Tschechisch „vøeteno“ heißt und der tschechische Name also „Vøetenský Mlýn“ ist. Manchmal auch verballhornt „Bøetenský Mlýn“. Merkwürdigerweise bürgerte sich die sklavische Übersetzung in den amtlichen Dokumenten ein und nach der Entstehung der selbständigen Tschechoslowakischen Republik im Jahre 1918 wurde er wieder zum offiziellen Namen der Gemeinde. Erst 1922 überprüfte die ganze Angelegenheit und beschrieb sie gehörig der Geschäftsführer des Gaus des Klubs der Tschechischen Touristen und ein großer Kenner der Region Jindøich Ambrož. Auf seinen Vorschlag wurde die Gemeinde dann am 23.6.1923 vom Innenministerium in Prag zu Špindlerùv Mlýn mit der deutschen Sprachvariante Spindlermühle umbenannt.
Und so wurde der drei Jahrhunderte lange dauernde Prozess der Namenbildung seitens der Beamten abgeschlossen.
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